Licht und Information

Turtle

Ergebnisse logischen Denkens und Fühlens

Licht und Information
Die Turtle und die Ewigkeit

Diese Geschichte hat zwei Teile. Sie beginnt mit dem für mich als Mensch typischen Teil. Denn ich denke, weil ich bin.[1]

Die Gleichung e=mc2 weist darauf hin, dass ein berechenbarer Zusammenhang zwischen Energie und Masse besteht. Dazwischen ist als ein fester Faktor das Quadrat der Lichtgeschwindigkeit eingebaut. Entfällt die Dimension beim quadrieren? Oder weist dieser Zusammenhang nicht vielmehr darauf hin, dass Masse aus Energie entsteht und zwar mit einer festen Geschwindigkeit. Auch Einstein blieb es immer unklar, warum die Lichtgeschwindigkeit genau den gemessenen Wert hat.

Licht ist die Übertragung von Informationen. Die Unschärferelation (Heisenberg) weist aus, dass Ort und Impuls nicht gleichzeitig genau festzustellen sind. Wie ungenau? Die Quantität der Information an der Quelle, beim Photon, reicht nicht aus, dem Betrachter beide Zustände zu beschreiben. Eine Bewegung sendet mit dem Licht die Information aus über den Ort der Masse. Ist es nicht so, dass die Information nicht zweimal ausgesendet werden kann und an dieser Stelle, dem Ort, beim nächsten mal „hinsehen", bei der nächsten Messung, keine Masse mehr ist und auch keine neue Masse entsteht?

Aus der Dualität von Welle und Teilchen wird der Schluss gezogen, dass Licht sowohl als Welle, wie auch als Teilchen auftreten kann. Dabei ist es ebenfalls denkbar, dass Licht eine Einheit mit Energie und Information ist und mit der Geschwindigkeit des Lichtes in Teilchen umgewandelt wird.

Entsteht die Masse mit jeder Messung - zu jeder Zeit - neu aus der Energie? Kann bei einer entsprechenden Verkleinerung des Betrachtungszeitraums eben genau keine Masse neu aus der Energie entstehen? Demnach ist Masse nur eine Information aus der Energie. Diese Information kann nicht schneller entstehen, als Energie materialisiert wird. Das ist c oder c2.

Der Kreis ist das Sinnbild sehr vieler Kulturen für den Ablauf von Ereignissen. Die Entwicklung ist in diesem Bild der Durchlauf verschiedener Stadien in einer Spanne, der eine Zeit zugeordnet wird. Die Zeit ist in Relation zu den Ereignissen normiert. So hat jedes Lebewesen, jede Materie und allgemein jede Masse eine eigene Zeit.

Mit jedem Umlauf um einen Kreis sammelt sich Masse aus der Energie, entsteht und vergeht. So wird aus der Kreisbewegung die Glockenkurve. Die Glockenkurve ist sowohl eine Wahrscheinlichkeitsfunktion, als auch eine Entwicklung, wenn man eine Zeit willkürlich darunter legt. Die Zeit ist keine physikalische Naturkonstante, sondern ein Bezugssystem für die Entwicklung.
Die Linie der Glockenkurve bleibt in den Charakteristika unterschiedlicher Materien unverändert, sie repräsentiert das Werden und Vergehen. Die Zeit als das unterlegte Bezugssystem macht aus der Wahrscheinlichkeit des Auftretens eine Entwicklung. Die Ewigkeit ist das für den Menschen schwer verständliche Werden und Vergehen ohne den Bezug zur Zeit.

Mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit (Glockenkurve) stellt man also Masse fest. In einem geschlossenen System wird die Masse entstehen und vergehen. Das gilt für die kleinste bekannte Einheit ebenso wie für die Zusammensetzung von Massen. Letztlich liefert aber die Zusammenballung von verschiedenen Masseteilen, die jeweils mit Glockenverteilung entstehen und vergehen, die Illusion eines festen Körpers.

Eine S-Kurve ist die Integration unter der Wahrscheinlichkeitsglocke. Legt man die Zeit darunter, dann stellt die S-Kurve das Wachstum in der Zeit gegen die Grenze des geschlossenen Systems dar.

Öffnet man das System und fügt ihm neue Ressourcen (Energie, Kreativität) hinzu, so wird der Kreis zu einer Spirale. Die Entwicklung innerhalb eines offenen Systems steigt deshalb von einer Kreisumdrehung zur nächsten und daraus werden aufeinander aufbauende S-Kurven. Eine Entnahme von Ressourcen (Energie, Kreativität) lässt die Spirale abwärts drehen. Die Richtung ist schon für die Massenbetrachtung asymmetrisch, das heißt irreversibel, da Masse permanent aus Energie neu entsteht und vergeht. Fügt man den Zeitpfeil hinzu, bleibt sie irreversibel. Für die menschliche Realität lässt sich eine Entwicklung nicht umkehren. Der Kreis ist die Ewigkeit und die Spirale die Unendlichkeit.

Der feste Körper gibt die Information über sein Bestehen mit Lichtgeschwindigkeit ab und kann deshalb nicht schneller wahrgenommen oder gemessen werden. Warum nicht c2? Vermutlich geht irgendwo eine Lichtgeschwindigkeit verloren, und zwar bei der Entstehung der Masse. Eine neue Lichtgeschwindigkeit wird gebraucht um die Information über die Masse im Messinstrument (Auge) wieder entstehen zu lassen. Die zweifache Lichtgeschwindigkeit ist c×c, denn wegen der zweifachen Mannigfaltigkeit kann an jedem anderen Ort im Raum die Masse festgestellt werden.
Wenn die Information bei der Beobachtung am Messinstrument wieder entsteht, dann ist die Masse1 weg und an dem neuen Ort entsteht die Masse2.

Der Urgrund ist Energie. Die Masse ist eine Fiktion, die immer neu entsteht.

Warum aber genau die Entstehung der Masse auf den Wert der Lichtgeschwindigkeit begrenzt ist, bleibt noch unklar. Im Informationsfeld gibt es keine Zeit. Jede Ausprägung von Information (jede Energie) ist überall. [Zeilinger-Versuche und Messungen]

Diese Erkenntnisse über die Zusammenhänge wurden mir von den Spirits gebracht. Alle Fragen trug ich schon lange mit mir herum. Der vorläufige Gipfel der Unklarheit entstand mit der Frage „Warum wurde der Mensch von dem gemeinsamen Bewusstsein abgetrennt?" Ich war der Antwort schon nahe, aber trotzdem unsicher. So unsicher, dass ich von den Spirits gerufen wurde, eine Reise zu unternehmen. Der jüngste Ratgeber auf meiner Reise zu den Spirits ist eine Turtle. Sie ist auch der Spirit meiner Trommel, die wir gemeinsam mit den Living Spirits in Åsbacka gebaut haben.

Vor einer Woche waren wir noch an der NorthShore von Oahu, der sogenannten „Turtle Bay". In einer der letzten Nächte dort waren die Spirits so präsent, dass ich von ihrer Kraft überwältigt war. Ich bin nicht mit ihnen gereist, weil ich zu ängstlich war und zu wenig Vertrauen hatte. Ich fühlte mich noch unvorbereitet für eine so bedeutende Reise.

Heute erhielt ich die Antwort auf alle Fragen, die in meinem Bild der Welt noch zusammenhanglos und unklar waren, ohne dass ich mich gewehrt habe. Das gemeinsame Informationsfeld hat mehrere Begrifflichkeiten (Energie, Licht, Bewusstsein). Alles ist an die Energie angebunden, der Mensch jedoch weniger als jede andere Materie. Er ist abgetrennt. In dem gemeinsamen Informationsfeld ist die Sicherheit allen Seins und Tuns. Außerhalb des Feldes ist die Unsicherheit des Lebens. Im Feld ist die Sicherheit des Todes der Materie.

Ohne die Sicherheit des gemeinsamen Bewusstseins benötigen wir Kommunikationsorgane mit denen wir die Unsicherheit relativieren. Wir gleichen unser Bild der Welt mit dem der anderen Menschen ab. Die Übereinstimmung nennen wir Realität. In unserer Realität gibt es die Zeit, die in einem Feld sinnlos ist. Was an einem Ort im Feld geschieht ist überall.

Entweder habe ich die Antwort auf die Frage: „Warum wurde der Mensch von dem gemeinsamen Bewusstsein abgetrennt?" schon und erkenne sie nicht, oder ich bin nicht derjenige, der diese Frage stellen kann.

An Strand in der Hanalei Bay (Kauai) lag ich auf dem Bauch mit der Stirn auf der Erde. Alle Antworten flogen in mich hinein und gaben ein glasklares Bild ab. Jede Frage zu dem offenen Weltbild der Physik war beantwortet. Ich war glücklich aber unsicher, ob die erhaltenen Antworten meine Antworten waren. Mit dieser Unsicherheit ging ich schnorcheln.

Die Welt unter Wasser faszinierte mich. Große bunte Fische kreuzten meinen Weg. Sie schwammen nicht vor mir davon, sondern schienen mich im Gegenteil zu besuchen. Gelbe fast runde Fische drehten ihre Kreise. Ein blauer Fisch mit einer langen Nase machte mich neugierig. Seegurken lagen faul auf den Korallen. Die Flut kam gerade und ich musste aufpassen in der aufgewühlten See die Korallenbänke zu meiden.

Von der rechten Seite schob sich ein großer Schatten in mein Blickfeld - meine Turtle. Sie schwamm unter mir, eine Armlänge entfernt und blieb dort. Ich folgte ihr und war ganz sicher. Ich brauchte nicht mehr darauf zu achten wo die Korallenbänke waren. Turtle leitete mich und beschützte mich. Sie sah mich lange an. Dann wandte sie sich wieder den Korallen zu und suchte Futter. Ich blieb neben und über ihr. Wir schwebten gemeinsam im Schutz der aufgewühlten Flut. Ab und zu tauchte sie zum Atmen auf. Sie zeigte sich ohne Scheu von allen Seiten.

Wieder war ich unsicher. Ist das nicht eigentlich Elkes Turtle? Elke schwamm einige Meter neben mir. Ich bin zu ihr hin um sie auf die Turtle aufmerksam zu machen. Bevor ich noch meinen Schnorchel aus dem Mund hatte sagte Elke: „Ich gehe raus." Dann bin ich zurück, aber die Turtle war nicht mehr an dem Ort. Ja, jetzt habe ich verstanden. Die Wahrnehmung ist zu unterschiedlichen Zeiten nicht wiederholbar.

Ich trieb ruhig weiter und die Turtle erschien wieder. Eine wunderschöne grüne Hawaii-Schildkröte wie sie nur an diesen Inseln vorkommt. Wir waren nicht in der Turtle Bay und es gab keinen Grund in der Vernunft, warum sie hier war. Der einzige Grund war ich. Es gab weit und breit Nichts außer der Turtle und mir. Ich sah keine Fische mehr, ich vertraute der Kraft meiner Schildkröte. Es gab keine Riffe zu beachten. Ich war vollkommen sicher.

Die Turtle hatte nun einige Korallenriffe gefunden, an denen sie fressen konnte. Sie kümmerte sich darum. Eine engere Verbindung zwischen uns konnte es nicht geben. Sie teilte ihre Stärke mit mir. Das ist das schönste Geschenk in einer Partnerschaft.

Als ich ohne den Schutz und die Sicherheit der Turtle an Land ging habe ich mir die Hand und das Knie an den Korallen verletzt. Ja, jetzt kenne ich den Unterschied.

Später erzählte ich Elke beide Teile der Geschichte. Bei den logischen Antworten zu meinen offenen Fragen der Physik musste ich immer nachdenken während ich redete. Bei der Schilderung meiner Verbindung zu der Turtle musste ich weinen.

Hanalei, Montag, 18. Mai 2009, mittags


PS: Auf unserem Spaziergang am Nachmittag durch Hanalei wurden unsere Schritte in einen der vielen ART-Shops gelenkt. Gleich an der ersten Palette war das Bild meiner Turtle ausgestellt. Ich werde sie über meinen Schreibtisch hängen.

PPS: Der Künstler heißt Edgardo Garcia II und auf der Rückseite des Bildes steht: „Swimming with the turtles to me is like soaring in the heavens with the angels. Effortless and graceful, these creatures of the sea have helped me appreciate life here on earth as well as life beyond the physical realm."

Hanalei, Montag, 18. Mai 2009, abends

Tilo Hildebrandt.


 [1]   Womit ich das Gegenteil der Idee des René Descartes lebe. Er hat mit seinem „cogito, ergo sum“ die Grundlage unserer westlichen Kultur mitbegründet und in der Folge die Trennung von Geist und Materie postuliert.