Licht und Dunkel

Licht, Materie und Dunkel

Das Universum besteht zu 95% aus dunkler Energie und dunkler Materie.[1]

Es gibt keinen Begriff für die 100%, man kann sich auf Energie oder Materie einigen. Da aber Energie gleich Materie ist, kann man sich auf den Begriff der Energie beschränken. In der logischen Folge haben wir als umfassenden Begriff die Energie, die sich als helle und als dunkle Form uns Menschen zeigt.

Licht und Dunkle Energie in der Physik

Nun wird man kaum bestreiten, dass es Etwas gibt und dieses Etwas "Materie" genannt wird. Aber ist diese Bezeichnung nicht willkürlich? Welchen Unterschied macht es, von "Fester Energie" zu sprechen und damit der Terminologie eine Wertung zu nehmen? Man kann dann sehr wohl fragen, welche Kräfte wirken, die Energie festigen und ist damit beim Standardmodell der Physik angelangt, dass die Materie und ihre Wechselwirkungen nach Gesetzmäßigkeiten absucht und gruppiert. Das Auffinden von "Naturgesetzen" ist die Grundlage der Wissenschaft und wird an anderer Stelle ausführlicher besprochen.

Löst man die von Einstein gefundene Gleichung als m=E/c2 auf, dann wird bei diesem fundamentalen Naturgesetz schon deutlich, dass Masse nur eine andere Form oder Bezeichnung für Energie ist.

Die Energie ist überall, sei sie hell oder dunkel. Dabei ist die Klassifizierung von "überall" auch bereits wieder eine Wertung und Festlegung der Idee des Raumes. Wie Einstein in seiner Allgemeinen Relativitätstheorie durch logische Schlussfolgerungen herausgefunden hat, bringt die Masse den Raum erst mit. Demnach gäbe es ohne Masse keinen Raum. Aus der Gleichsetzung von Masse und Energie kann man folgern, dass es ohne die Energie keinen Raum gibt.

Weyl/Mach haben in einer Weiterentwicklung der Einstein'schen Weltsicht gefolgert, dass die Kraftfelder (oder Energiefelder) den Raum begründen.[2] Das ist eine weite Reise von der Absolutheit des Raumes in der Physik Newtons und der Philosophie Kants bis zu der Abhängigkeit des Raumes von etwas Immateriellen wie Kraftfelder. Als wir das Leben an die Physik abgegeben haben, hat sie uns Materie in Raum und Zeit zurückgegeben.[3]

Wie immer die Beziehungen definiert werden und wovon letztlich der Raum im physikalischen Sinne abhängt, es bleibt bei der Annahme, dass jede Physik im menschlichen Verständnis eine Geometrie nach sich zieht, oder bedingt. Friedmann hat die Geometrie zur Bedingung gemacht: „Wir treffen eine Absprache über eine besondere Interpretation der geometrischen Welt (eines Raumes von vier Dimensionen) durch die physikalische Welt. Jedem Ding der geometrischen Welt ist sein interpretierendes (materielles) Objekt der physikalischen Welt zugeordnet. Diese Interpretation unterliegt ganz und gar der Vereinbarung und ist unserer Willkür unterworfen."[4]

Ausgehend von einer Festlegung bauen die Menschen durch weitere logische oder rationale Schlüsse in den Wissenschaften ein Bild der Welt auf. Genauer sollte man für die Naturwissenschaften formulieren "ein Bild der Welt, dass sich quantifizieren und mit den menschlichen Sinnen kommunizieren lässt".

Nun mag man fragen, ob andere Wissenschaften sich nicht auf die Festlegungen in den Naturwissenschaften berufen und Weltbilder kreieren, die außerhalb der quantifizierten Grenzen liegen. Das ist nicht eindeutig innerhalb der jeweiligen Kultur zu beantworten. In der westlichen Kultur wird man nach Ausnahmen suchen müssen, die sich aus der künstlichen Unterteilung, der Segmentierung des ganzen Bildes der Welt ergeben. Diese Ausnahmen sind nicht zu finden, denn selbst die Kunst entlehnt ihre Grundlagen aus dem Weltbild, das sie teilweise kritisiert. Somit resultiert die Festlegung aus einer anderen Ebene, was nach den fundamentalen Schussfolgerungen der Logik zu erwarten ist (Gödel).

Gödel hat nachgewiesen, dass ein formales System entweder unvollständig oder widersprüchlich ist. Kein formales System kann innerhalb seiner Grenzen als widerspruchsfrei bewiesen werden. Die Öffnung der formalen Systeme ist eine Öffnung zu Brahma.[5]. Für Brahma ist allerdings Gödels Beweis irrelevant. Brahma unterliegt nicht der zweiwertigen Logik und entzieht sich damit der Bewertung, ob sie richtig oder falsch ist.

Brahma hat Qualitäten wie zum Beispiel Gefühle, Ethik, Ahnungen, Glauben, Werte und andere Unendlichkeiten, die in der Naturwissenschaft nicht berücksichtigt werden - aber Fundamente der Natur bilden. Deshalb ist der Begriff "Naturwissenschaft" eine falsche Wortwahl oder der Begriffsteil "Natur" in dieser Wortbildung hat eine andere Bedeutung als in meinen Texten und in meinem schamanischen Bild der Welt unter "Natur" verstanden wird. Die traditionelle Naturwissenschaft will sich per definitionem nur auf die quantifizierbaren Begriffe der Melrona begrenzen.[6] Das Prinzip des Lebens kann damit nicht abgedeckt und nicht untersucht werden.

Bleiben wir aber zunächst bei den Annahmen der traditionellen Naturwissenschaft und machen einen großen Sprung zu den Folgerungen, die zu neuen aktuellen Ergebnissen geführt haben. Demnach besteht die Welt, genauer das bekannte Universum aus Energie, von der 95% nicht erkennbar mit den vereinbarten Messmethoden nachgewiesen werden können, sie haben keine Wechselwirkung. Die Welt ist also zu 95% dunkel. Der Begriff scheint auf den ersten Blick nicht klug gewählt zu sein, ist dunkel im allgemeinen Sprachgebrauch doch das Gegenteil von hell.

Auch die Begrenzung auf eine nicht messbare Wechselwirkung ist eine wesentliche Einschränkung. Sie lässt sich aus der Trägheit zur Veränderung bestehender Erklärungssysteme ableiten, denn trotz neuerer Erkenntnisse hält man das System geschlossen. Die bestehende Struktur verschließt sich selbst. Verschlossene Strukturen sind dem Werden und Vergehen (neues Wort) unterworfen. Bezieht man die neuen Erkenntnisse in ein neues Bild der Welt mit ein, so ergibt sich in einer ersten Hypothese ein Weltbild, das aus "heller und dunkler Energie" erklärt wird, die komplementär sein sollen.

Allein aus dieser Aufteilung erklärt sich eine einfache Wechselwirkung: Wo keine helle Energie ist, ist die dunkle. Analog zu der Umwandlungsmöglichkeit von Energie in Materie kann man auch die Umwandlungsmöglichkeit von dunkle in helle Energie postulieren.

Demnach bestehen auch alle Menschen zu 95% aus Dunkelheit. Sie sind aus dieser Welt entstanden, oder im natürlichen Sinne in diese Welt geboren. Ihre Herkunft ist ebenfalls sowohl hell, als auch dunkel. Folgt man diesem Gedanken weiter kommt man zu der Erkenntnis, dass der Mensch sowohl Energie, als auch Materie ist und diese Polarität zieht sich durch alle Begriffssysteme mit denen der Mensch seine Welt charakterisiert: gut und böse, yin und yang, positiv und negativ, rechts und links, schwarz und weiß, und alles mehr, vor allem aber auch endlich und unendlich. Die letzte Antinomie braucht eine separate Besprechung, denn endlich ist in unendlich enthalten (aber nicht umgekehrt).

Die Wesen leben über diesen Antinomien, sie sind sowohl das eine, als auch das Andere, das gilt auch für endlich und unendlich. Endlich sind die Körper und die Ratio und unendlich sind die Seelen und die Gefühle.

Hell und dunkel ist tatsächlich komplementär, keines ist eine Teilmenge des Anderen oder kann daraus entwickelt werden. Die dunkle Energie ist nicht eine Realisierung aus dem Licht, denn das Licht ist mit den einfachen Methoden der Naturwissenschaft nachweisbar. Wäre die dunkle Energie ein Teil davon, so ließe sie sich ebenfalls nachweisen.

LichtDie Helligkeit soll im übertragenen Sinne das Licht sein als eine Möglichkeit aus dem großen Potenzial (der dunklen Materie und) der dunklen Energie. Demnach ist unsere Welt auf der Helligkeit gegründet, wenn die Helligkeit aus der dunklen Energie hergeleitet oder erzeugt werden kann. Wenn sie nicht ein Teil der dunklen Energie ist, wie Endlichkeit eine Begrenzung der Unendlichkeit ist, dann ist es schwierig zu erklären, warum alles Leben aus der Dunkelheit kommt - zumindest von außerhalb des sichtbaren Lichtes.

Die Wesen kommen nicht aus der Helligkeit, sie kommen aus der Dunkelheit. Das Leben entsteht im Dunkel und es vergeht im Licht. Die Pflanze treibt immer neue Blüten, wenn man ihr die alten wegnimmt, solange sie Licht erhält. Ihre Bestimmung ist die Vermehrung im Licht. Das Licht wird in vielen Kulturen als lebenswichtig bezeichnet. Tatsächlich ist es aber wie bei den Pflanzen die Attraktion, die Vorgänge des Lebens motiviert. Lebenswichtig ist tatsächlich das Wasser. Leben gibt es ohne Licht, insbesondere entsteht es dort. Leben ohne Wasser ist unmöglich, jedenfalls entsteht es dort.

Zur Fortpflanzung zieht der Samen sich in die Dunkelheit zurück. Zur Geburt und zum ersten Wachstum sucht jedes Wesen, jeder Samen, jeder Embryo das Dunkel auf. Das Licht leuchtet zum Tod. Wenn etwas zum Licht kommt ist seine Bestimmung schon erfüllt auf das Vergehen. Das Licht lässt nur noch diese Möglichkeit ohne Rückkehr offen. Die Geburt in das Leben ist der Sprung in den Tod.

Der Tod ist dann das pralle Licht und nicht die pralle Dunkelheit. Alles vergeht im Licht.

Die 95% aus dunkler Energie und dunkler Materie begleiten die Wesen ein Leben lang. In der Naturwissenschaft fehlt bisher der Erklärungsansatz, der die 95% der Energie mit ihren Wirkungen auf das Licht des Lebens, auf die Gedanken, auf das Dasein und die Bestimmung der Wesen integriert.

Der Begriff der dunklen Energie und der dunklen Materie suggeriert dass dort nichts sei. Dabei ist diese Dunkelheit die Möglichkeit von Allem. Soolago ist in der unendlichen Dunkelheit. Es gibt nur die Richtung von dem Soolago zu den Welten, von den Möglichkeiten zu Etwas, es gibt nicht den Weg zurück von Etwas zu den Möglichkeiten. Das Etwas ist erkennbar als das Sein oder das Brahma. Wesen sind eins mit dem Sein. Eine Trennung davon ist undenkbar, weder für den Menschen, noch für andere Wesen.

Da der Mensch und die Wesen von dem Sein (Brahma) nicht getrennt sind, wirken ihre Bewusstseine auch zurück auf das Brahma, auf das Morphogenetische Feld (Sheldrake), den Quantensee (Dirac) oder die implizite Ordnung (Bohm).

Es ist das Sein in der wissenschaftlichen Betrachtung der Natur, aus dem alle Materie entsteht und in das sie wieder abtaucht. Für die Unendlichkeit hinter dem Sein, für die Quelle aller Möglichkeiten haben Menschen keinen Begriff gebildet. Bei dem Begriff "Gott" kann man nicht ganz sicher sein, er ist nicht für alle Menschen gleich verfügbar, sondern oftmals von Kirchen, Glaubensrichtungen, und mehr oder weniger exklusiven Religionen besetzt. In der christlichen Religion findet man den Beginn der Welt definiert mit den Worten "Es werde Licht." Das lässt sich als eine Auswahl aus den Möglichkeiten interpretieren. Auf dieser Basis wäre aus Sicht meiner bisherigen Erkenntnisse der nächste Schritt die Festlegung das und wie das Wasser in die Welt kommt. Und schließlich ist der Schritt in das erste Leben im Sinne der menschlichen Biologie zu beschreiben, der die Spirale des Lebens in Gang gesetzt hat.

Eine Welt aus dem Prinzip „Leben aus Leben" ist eine Möglichkeit aus dem Soolago. Das Prinzip ist erkennbar als das "Werden und Vergehen".

Das Soolago ist der Begriff nach dem Bohm verlangt.[7] In seiner tiefgründigen Suche nach den Zusammenhängen und Grundlagen in der Naturwissenschaft  kommt er an dem Ursprung der jetzigen westlichen Wissenschaft an, die keine Erklärung bereithält für die Synergie aller Materie und aller Energie, für die Aufhebung der Trennung zwischen Beobachter und Beobachtetem und letztlich für die Trennung zwischen Subjekt und Objekt.

Ein Blick auf die Grenzen der quantitativ fixierten wissenschaftlichen Welt bereitet den Boden für die Freiheit einer schamanischen Weltsicht die sich in Jahrtausenden zu der Einsicht kondensiert hat 'Mitaque Oyassin'[8]: Alles ist mit Allem verbunden.

Das Licht ist ein Repräsentant der Liebe, die alles zusammenhält. Das Licht spendet die Energie für die Ordnung des Lebens und den Aufbau der Formen und Strukturen. Das vergehende Leben kehrt in die natürliche Ordnung zurück und gibt eine Art von Energie wieder frei und spendet sie dem neuen Leben. Das ist Synergie.

Die Welt ist synergetisch. In einer komplementären Welt ginge das eine nur zu Lasten des anderen. Die endliche Welt ist komplementär, das ist das Charakteristikum der Endlichkeit. Eine endliche Welt setzt keine Spirale fort. Ein endliches Lebensprinzip ist ein Widerspruch. Es braucht die unendliche LiGruene Spiraleebe um neue Endlichkeiten entstehen zu lassen.

Immer kommen wir bei der Unendlichkeit an, bei dem Beginn der Spirale oder noch fundamentaler bei dem Prinzip der Spirale, an dessen Beginn der erste Stein liegt. Wir kommen an bei dem Ausbruch aus dem Kreis, der erstmalig nicht an den gleichen Punkt zurückgeführt hat, sondern etwas für die Struktur hinterlassen hat aus dem die nächste Drehung der Spirale schöpfen konnte.

In der nächsten Umdrehung kann aus der aufgelösten Energie eine Synergie für die nächste Umdrehung verwendet werden. Die Struktur ist die tote Materie ohne die eine weitere Entwicklung nicht genährt werden kann. Die unendliche Liebe löst die Struktur auf und setzt die Energie frei für neues Leben. Das neue Leben hinterlässt Struktur, Materie, festgefügte Steine mit seinem Ende. Struktur, Steine, tote Materie, die es schon im Leben aufgebaut hat. Struktur lässt sich nur aus dem und mit dem Leben aufbauen. Es braucht Leben, um tote Materie umzuwandeln.

Die Identifizierung, Positionierung in Raum und Zeit, die Umwandlung von einem toten Aggregat der Materie in ein anderes totes Aggregat, die Verbringung von toter Materie an einen anderen Ort, nennt der Mensch "Naturwissenschaft".



[1] Alexander W.A. Pauldrach; Dunkle kosmische Energie, S. 17

[2] „Die physikalische Welt besteht aus Materie, und wenn man dieses Wort im weitesten Sinne auslegt, gehören zur Materie sowohl die gravitierenden Massen als auch die elektromagnetischen Prozesse. A. Friedmann, S.113.

[3] „Ich erinnere daran, daß es gerade die Welt ist, die aus Materie besteht, denn Materie im Raum und ohne die Zeit ist undenkbar." Friedman, ebd. S.113

[4] Alexander Friedmann: Die Welt als Raum und Zeit, (1923) S. 113

[5] Brahma soll hier für die Gesamtheit der Welt aus Qualitäten und Quantitäten stehen. Das ist noch kein überzeugender Ansatz für einen Begriff, der die Ganze Welt umfassen soll, sind doch die Quantitäten eine endliche Eingrenzung der Galiora.

[6] Die Ratio kann sich nur mit der Melrona, den begrenzten Quantitäten der Welt beschäftigen. Die Galoria sind der Logik und damit der Ratio nicht zugänglich.

[7] David Bohm, On creativity, p. 104: But, as was pointed out earlier, it has to be kept in mind that any given expression of the universal will fit only within certain limits and that, beyond these limits, a new expression of the universal will be needed.

[8] Eine wesentliche Grundlage der Weltsicht der Lakota.